Was ist Alpha-1?
Alpha-1 Kurzübersicht
Der AAT Mangel (Alpha-1) ist eine genetische/vererbliche Krankheit, die zu einem geringeren Gehalt an Alpha-1 Antitrypsin (AAT) führt und das Risiko von ernsthaften Lungenerkrankungen und Leberkrankheiten bei Erwachsenen, Kindern und Kleinkindern erheblich erhöht. Sisher sind Über 100 abnormale Allele des AAT-Gens entdeckt worden. Bei etwa einem Drittel davon ist bekannt, dass sie den Mangel auslösen. Die häufigsten abnormalen Gene sind die S- und Z-Allele, die nach ihrer Migrationsgeschwindigkeit in einem isoelektrisch konzentrierten Gel benannt werden. Normale Gene werden als M bezeichnet (z.B. M1, M2, M3, M4). Einige abnormale Allele haben ein nicht übersetzbares Genprodukt. Sie verursachen daher kein AAT und werden als Null-Allelen bezeichnet. Das häufigste Alpha-1 verursachende Genotyp ist ZZ (das auch als PiZ bezeichnet wird). In den USA könnte es ca. 100.000 Menschen mit dem ZZ-Genotyp geben, obwohl bisher nur ca. 5% von ihnen entdeckt worden sind. Eine weitere AAT Mangel verursachende Genkombination ist SZ. Statistisch sollte SZ in den USA häufiger als ZZ sein. Menschen mit SZ weisen jedoch weniger wahrscheinlich Lungen- oder Leberprobleme auf als Menschen mit zwei Z-Genen. Daher wurden bisher weniger SZ-Träger entdeckt.
AAT ist ein Glykoprotein, das als ein effizienter Proteasenhemmer wirkt. Die Hauptfunktion von AAT besteht in dem Schutz des Lungengewebes vor proteolytischen Angriffen bei Entzündungsprozessen, die durch Infektionen und inhalierte Reizstoffe wie z.B. Tabakrauch verursacht werden, . Darüber hinaus verursacht Tabakrauch selbst bei Personen ohne Alpha-1 eine oxidative Inaktivierung von AAT. Inzwischen weiß man, dass der geringe AAT-Gehalt bei Alpha-1 aus der abnormalen Faltung des defekten AAT im endoplasmatischen Retikulum der Leber entsteht. Dadurch kommt es zu einer Polymerisation und Akkumulierung von AAT in den Leberzellen. Da die Leber die primäre AAT-Quelle darstellt, ist dies für das geringe Niveau dieses wichtigen Proteins verantwortlich. Die Anhäufung polymerisierter abnormaler Proteine in den Leberzellen scheint ein Grund für die höhere Gefahr einer Zirrhose oder eines Leberversagens bei Menschen mit Alpha-1 zu sein.
Am häufigsten mit Alpha-1 verbundene Krankheiten:
- Emphysem
- chronische Bronchitis
- Bronchiektase
- COPD
- Zirrhose
- neonatale Hepatitis
- Leberzellkarzinom
- nekrotisierende Pannikulitis
- nicht tuberkulöse mykobakterielle Infektion
- erhöhtes Risiko einer chronischen / chronisch aktiven Hepatitis
Die häufigsten Anzeichen und Symptome einer durch Alpha-1 bewirkten Erkrankung sind:
- Kurzatmigkeit
- Kurzatmigkeit bei Belastung
- pfeifender Atem
- chronischer Husten und Schleimproduktion (chronische Bronchitis)
- sich wiederholende Infektionen der oberen Atemwege
- Gelbsucht
- Aszites und/oder periphere Ödeme
- Pfortaderhochdruck
- gastrointestinale Blutungen
- Asthma, das auf eine maximale medizinische Therapie nicht reagiert
- Unerklärliche Leberleiden oder abnormale Leberfunktionswerte
Alpha-1 ist in fast allen Völkern und ethnischen Gruppen festgestellt worden.
Personen mit Alpha-1 können während ihres gesamten Lebens gesund bleiben. Eine frühe Diagnose und ein Vermeiden der Risikofaktoren, wie z.B. Rauchen, können vorallem die Lungenerkrankungb des Alpha-1 verhindern.
In den Vereinigten Staaten gibt es ungefähr *20 Mio* Menschen, die ein normales und ein defektes AAT-Gen aufweisen (Träger). Träger können das defektive Gen an ihre Kinder weitergeben und haben möglicherweise auch ein erhöhtes Risiko für Lungen- und Leberkrankheiten.
Alpha-1 kann zu Emphysemen führen. Oft wird es fehlerhaft als Asthma oder als eine mit dem Rauchen verbundene *chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)* diagnostiziert.
Alpha-1 ist der häufigste genetische Risikofaktor für Emphyseme und COPD.
Bis zu 3% aller mit COPD diagnostizierten Personen könnten unerkannt unter Alpha-1 leiden.
Alpha-1 *kann zu Lebererkrankungen führen*. Die ernsthaftesten Lebererkrankungen sind die Leberzirrhose und der Leberkrebs.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), American Thoracic Society (ATS) und European Respiratory Society (ERS) empfehlen, dass alle Menschen mit COPD auf Alpha-1 getestet werden. Überdies sollten Erwachsene mit therapieresistentem Asthma, nicht erklärbarer Bronchiektase oder Leberleiden sowie Verwandte von betroffenen Patienten getestet werden. Finden Sie mehr über Alpha-1-Tests heraus.
Ein Arzt sollte sein eigenes professionelles Urteilsvermögen und die klinischen Umstände entscheiden lassen, ob eine Untersuchung auf Alpha-1 angebracht ist. Aus Vorsichtsgründen sollten jedoch die Entscheidungsgründe in der Akte des Patienten festgehalten werden, vorallem wenn der Entscheid erheblich von den Richtlinien abweicht.
Viele Alpha-1-gefährdete Menschen verzögern einen Test auf diese genetische Krankheit, weil sie befürchten, dass das Ergebnis evtl. nicht geheim gehalten werden könnte. Die Alpha-1 Foundation unterstützt einen vertraulichen Test auf Alpha-1 durch ein Programm namens Alpha-1-Coded-Testing-Studie (ACT). Diese Forschungsstudie wird an der Medical University of South Carolina (MUSC) durchgeführt um die Einstellung der Menschen gegenüber den Nachteilen und Vorteilen der genetische Untersuchung zu eruieren. Ein Test ist im Rahmen der ACT-Studie kostenlos und vertraulich. Weitere Informationen erhalten Sie bei dem Alpha-1 Research Registry Program der MUSC durch einen Anruf bei +1-877-886-2383 oder eine E-Mail an alphaone@musc.edu. Zusätzlich wurde durch die Alpha-1 Foundation die Alpha-1 Research Registry an der MUSC kreiert, um Forschungsinitiativen zu erleichtern und die Entwicklung verbesserter Behandlungs-und Heilungsmethoden der Alpha-1 voranzutreiben. Die Registry ist eine vertrauliche Datenbank von Personen, bei denen Alpha-1 diagnostiziert wurde bzw. die als Alpha-1-Träger identifiziert worden sind.
Die Alpha-1 Foundation stellt diese Ressource Forschern und Ärzten kostenlos zur Verfügung.
